Anleitung zum Spaß haben

Neben dem Thema Loben, das ich in der 1. Anleitung (Anleitung zum Loben) zum Thema hatte, wird in den Blogs und der Literatur immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kinder Spaß haben sollen. Auch der DFB schreibt auf seiner Internetseite “Ziele des Bambini-Fußballs” von:

  • Ganzheitliche Förderung der Kinder durch vielseitige Bewegungsaufgaben
  • Spielerisches Kennenlernen des fliegenden, rollenden und hüpfenden Balles
  • Ideenvielfalt und Spielfreude durch Variationen kleiner Spiele mit Ball
  • Freude am (Fußball-)Spielen
  • Kennenlernen einfacher Grundregeln des ‘Mit- und Gegeneinanderspielens’

In der Literatur wird dann erwähnt, dass

  • das Training abwechslungsreich gestaltet werden soll
  • jedes Kind einen Ball haben soll
  • Wettbewerb nicht im Vordergrund stehen sollte
  • man die Phantasie der Kinder anregen soll
  • viele Erfolgserlebnisse möglich sind
  • ich als Trainer Freude und Spaß ausstrahle (Entert(r)ainer)

Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig, aber diese Punkte findet man immer wieder. Und ich fragte mich, ob die stimmen oder das nur die Sichtweise von uns Erwachsenen ist oder tatsächlich die der Kinder. Dazu fragte ich mich auch, was macht ein Spaß haben-Training aus.

Was macht denn den Kindern Spaß? Was machen sie, wenn kein Erwachsener dabei ist? Wir haben früher entweder ein Spiel auf 2 Tore oder einen “Benz” (Ball aus der Luft) gemacht. Heute sehe ich die Kinder meistens ein Spiel auf 2 Tore  machen oder “Tretze” (2 oder 3 gegen 1) spielen. Auch wenn ich an meine AH-Trainings denke, wird da nur ein Spiel gemacht.

Nachdem die Frage mich sehr beschäftigte, beschloss ich ein Experiment zu machen: ein Training, in dem die Kinder bestimmen was sie machen wollen und das nur unter dem Gesichtspunkt des Spaß haben. Heraus kam dieses Training.

Welche Erkenntnisse ziehe ich nun aus diesem Experiment?

  • das Fußball-Spiel macht am meisten Spaß – das hätte ich mir denken können 😉
  • das Fußball-Spielfeld spielt eine wichtige Rolle – Spielfeldbegrenzungen werden akzeptiert
  • Tore erzielen und zählen ist wichtig – ein Tore Rückstand wird als Motivation gesehen (ich hätte eher Spieler getauscht)
  • es gab nicht viel Abwechslung im Training und es hätte auch nicht jeder einen Ball benötigt
  • Phantasie kam nicht vor
  • Erfolgserlebnisse zogen den Spaß nach sich
  • Gemeinschaftserlebnisse für die ganze Gruppe und nicht nur Teile sind sehr wichtig und Spaß fördernd – hatte ich bisher nur bei Turnieren/Spielen oder bei Schlachtrufen im Training. Das werden wir definitiv mehr einbauen in unser Training (hält einen selbst auch fit ;-)).

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere dieses Experiment auch mal in seinem Training macht und dann davon berichtet – gerne auch hier in den Kommentaren. Mir und meinem Trainerkollegen machte das Experiment großen Spaß und wir kamen dadurch auch mit einigen Eltern intensiver in ein Gespräch.

 

Advertisements

1 Comment

Filed under Jugendtraining

One response to “Anleitung zum Spaß haben

  1. Pingback: Anleitung für ein gutes (Fußball)Training | Fußball - auf und neben dem Platz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s